Samstag, 20. März 2010

RAQ

^Da ich im Mai wieder für einige Tage nach Amerika fliege, habe ich mich vorsichtshalber nochmal über einige Visum-Fragen informiert. Dabei habe ich auf der Website der us-amerikanischen Botschaft in Deutschland ein sogenanntes "FAQ" (= frequently asked questions) gefunden. Solche FAQs haben ja den Sinn, dass die Leute nicht mehr ständig die Mitarbeiter persönlich belästigen, sondern nur noch in ganz persönlichen und speziellen Fällen.
Gott sei dank werden in diesem FAQ daher die wirklich wichtigen Fragen, die wohl sonst täglich tausendfach gestellt worden wären beantwortet. Hier einige Beispiele:

1.Ich bin ein/e Rennauto-Mechaniker/in oder -Techniker/in, der/die ein professionelles Rennteam in die Vereinigten Staaten begleitet. Welches Visum brauche ich?

2.Ich bin ein/e professionelle/r American Football- oder Fußball-Spieler/in, der/die für ein Match/für eine Saison in ein amerikanisches Team aufgenommen wurde. Welches Visum brauche ich?

3.Ich bin Crew-Mitglied auf einer Jacht, die an einem internationalen Wettbewerb teilnimmt. Welches Visum brauche ich?

Dann wäre das also geklärt.

Dienstag, 16. Februar 2010

Gedanken zu Olympia

Endlich mal wieder ein Grund, die ganze nacht vor der Glotze zu hängen. Dabei kommen unweigerlich Fragen auf:

- hassen Langläufer Biathleten? Immerhin wirkt ihr langweiliger Sport ja erst so richtig langweilig, wenn man als Alternative auch Leuten zusehen kann, die zwischen dem stur langweiligen Rumgelaufe wenigstens noch ein wenig rumballern. langlauf hat für mich damit sein Existenzrecht aus Zuschauersicht verwirkt.

Das Eislaufpaar Savchenko/Szolkowy: Sie ist ukrainischsstämmig, okay, aber wie sieht das bei ihm aus? er spricht breitestes ost-deutsch, hat einen dunklen Teint und afrikanische Züge und einen Nachnamen, wie ein Sowjetische Weltraumkapsel. Wiki macht schlau: er ist in meck-Pomm geboren, sien Vater ist Tansanianer. Aber ist Szolkowy denn wirklich ein gebräuchlicher Name in diesem fernen Land, dessen merkwürdige Bräuche wir nicht verstehen? Oder kommt er gar von seiner tansanianischen Seite?

- Wenn wirs grade von Verlierern haben: Wieso bin ich so wütend auf Leute die nur 2., 3. oder noch schlimmer 4. oder 5. werden, während ich es toll finde, dass Leute die auf dem 23. Platz landen, mitmachen und damit den Olympischen Geist vorleben? Im ernst, grade bei dem Eislaufpaar (welches uns eine Goldmedaille versprochen hatte !!!), möchte ich mit Fackeln und rostigen Mistgabeln zum Flughafen ziehen um sie abzuholen. Und den "richtigen" Verlierern anerkennend auf die Schulter klopfen.

Montag, 1. Februar 2010

Ein Blick in die Zukunft

"Sehr nett Sie kennen zu lernen Herr Baron, darf ich Ihnen meine Töchter Lele, Lala, Lolo, Lulu und Monika vorstellen? Monika wird übrigens nicht gerne Lili genannt."

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kasten

Ja, es ist nun schon eine Weile her, aber trotzdem möchte ich doch mal über meine Abreise aus dem Land of the free schreiben.
Der Abschied war selbstverständlich tränenreich und tragisch, musste ich mich doch nicht nur von netten Menschen, sondern auch von Tropicana Orangensaft, einlagigem Toilettenpapier, ständigem nach dem Ausweis gefragt werden, "zzgl. Mwst." und merkwürdigen Leuten in der Ubahn nehmen.
Ökonomisch bewusst wie ich eben bin, habe ich den billigsten Flug gebucht, dieser war von Air India. Ich war selbst überrascht, aber Air India fliegt einmal am Tag von NYC nach Frankfurt (und von da weiter nach Mumbai). Erstmal lief alles herrlich nach Plan. Der Shuttlebus (inkl. unglaublich unfreundlichem Fahrer, leider hatte ich das Trinkgeld schon bei der Buchung bezahlt...) kam pünktlich und fuhr mich zum JFK International Airport. Zweieinhalb Stunden bevor das Flugzeug abheben sollte. Leider allerdings vom Newark Airport. Als ich dies festgestellt hatte, habe ich mich ins nächste Taxi geschwungen und den netten älteren asiatischen Herren am Steuer angehalten Gas zu geben. Auf dem Weg durch New York in Richtung New Jerseys bin ich dann auch tatsächlich durch Staten Island durchgefahren. Damit war ich mal in allen 5 Borroughs. Leider hat es zeitlich nicht mehr hingehauen. Der Flug sollte zwar erst in 30 Minuten abheben, aber Gepäck einchecken hätte eben nicht mehr geklappt- Bei jeder anderen Fluglinie hätte ich wohl ein paar Stunden warten müssen. Bei Air India leider 24 Stunden. Natürlich hätte ich mir ein Hotelzimmer nehmen können, aber wo wäre denn da a) das Abenteuer und b) die Selbstgeißelung für meinen Fehler gewesen? Also machte ich einen auf Tom Hanks und wohnte für 24 Stunden auf dem Newark International Airport. Aber solange man eine Steckdose und einen Laptop dabei hat, ist es ja eigentlich fast egal wo man ist.

24 Stunden später bin ich dann tatsächlich abgehoben. Immerhin hatte ich mit einer Kölnerin und einem Frankfurter, der an der NYU Law School studiert die nettesten (fremden) Sitznachbarn meiner persönlichen Fluggeschichte. Da konnte man sich wenigsten unterhalten, immerhin war auf dem ganzen Flug das Bordentertainmentsystem in der Economy-Kaste ausgefallen. Die erhofften Sari-Schönheiten als Stewardessen gab es auch nur in der Business-Kaste, wir hatten nur Apu-Verschnitte. Und Alkohol gabs an Bord auch nicht... Dafür wenigstens 2 Stunden Verspätung, weil noch 2 Stewardessn von JFK zu Newark gebracht werden mussten. Pff... ich weiß ganz genau, dass das schneller zu schaffen ist, wenn man nur will.

Sonntag, 13. Dezember 2009

"Der Hund hat einen hochstehenden Schwanz!"

Eins meiner größten Plaisiere hier ist die Jagd nach Doppelgtängern von Leuten, die ich kenne. Nach Latino-Sebi (dessen Existenz kann Johannes sogar bestätigen) und Asian-Daniela (ist mir auf der 6th Avenue entgegengekommen, ich hatte aber leider keine Kamera dabei), war meine letzte Entdeckung Stefan "Angebot-man". Diese war vor allem deshalb herausragend, weil der Typ auch die exakt gleichen, ambivalent-ironischen Dance-Moves drauf hatte, wie der beliebte Beleuchter aus dem Rheinland. Aber auch da war wieder keine Kamera im Spiel, zumal ihm das ständige von mir begeistert angestarrt werden anscheinend schon zu viel war.

Old-School Fortschrittspessimismus

In New York ist es grade saukalt. Das hat mich zur folgenden Erkenntnis gebracht. So toll die Oppositionsstellung auch sein mag, bevor unsere Vorfahren den Daumen entwickelt haben, mussten sie nicht jedesmal nachschauen welcher Fäustling an welche Hand gehört.

Donnerstag, 26. November 2009

Examenswoche

Die Woche der Wahrheit ist angebrochen: Kann ich der NYU vortäuschen, dass ich genug Ahnung vom Film hab, damit sie mir einen Master verpassen?
Dafür habe ich eine Woche Zeit, noch bis Montag 4PM. Muss 2 Essays schreiben, mit einem bin ich schon fast durch, schön über Tontheorie (Altman, Chion und natürlich der unvermeidbare Eisenstein, dieser alte Meckerbock).

Angefangen hat alles euphorisch beim sich ins Thema wieder einlesen, dann gefolgt von der Depression, nach der Feststellung, dass ich seit 3 Tagen auf ca. 15 qm (mein Zimmer + Küche + Klo) hause, während hier alle Thanksgiving feiern. Heute mittag war mir dann ganz schwindlig und übel. Ich würde sagen, ich habe damit die perfekte Möglichkeit für alle Akademikerinnen gefunden, sich endlich auch mal schwanger zu fühlen. Spätestens am Wochenende beginnen dann die Wehen und ich werde den Vater (der absurderweise ja irgendwie auch ich bin) verfluchen.